Alles über das Buch „Onkel wider Willen“ (FAQ)

buchcover onkel wider willen

Hier erfährst du alles wichtige über das Buch „Onkel wider Willen“ von Jennifer Häuser.

Worum geht es?

In einer Welt voller Chatbots lernt Viktor dank einer Achtjährigen, wieder zu seiner Menschlichkeit zurückzufinden.

Viktor ist ein völlig durchschnittlicher Mittzwanziger, der gar nichts an seinem Leben zu meckern hat – bis ihm ein kleines Mädchen vor die Nase gesetzt wird, auf das er für einige Tage aufpassen muss. Die achtjährige Medea hat kein Smartphone, kennt keine Chatbots und will mit all dem auch gar nichts zu tun haben. Da Viktor technisch aufgeklärt ist, weiß er natürlich: Er ist auf gar keinen Fall abhängig von Rasputin – seinem treuen Chatbot.

Doch Medea lässt ihn zweifeln: Verpasst er das echte Leben, wenn er in seinem automatisierten Alltag gefangen ist? Wie oft kann er Rasputin um Hilfe bitten, bis er selbst nicht mehr weiß, was er denken oder fühlen soll? Und vor allem: Hat er die Liebe seines Lebens abblitzen lassen, nur weil sie nicht in seinen vorgefertigten, berechenbaren Rhythmus passte?

Wo kannst du den Roman Onkel wider Willen bestellen?

Als Taschenbuch ist Onkel wider Willen bei Amazon für 12,99€ zu haben. Die eBook-Version kostet 4,99€. Als eBook ist der Roman auch bei typischen Anbietern wie Thalia, Buecher.de oder als Leihe bei Skoobe verfügbar.

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*Affiliate Link heißt, dass ich eine Provision für die Vermittlung erhalten. Der Preis bleibt für dich gleich.

Wieso gibt es das Buch nur bei Amazon?

Einige werden sicherlich enttäuscht sein, dass es die Druckausgabe der Geschichte nur bei Amazon gibt. Das kann ich gut verstehen. Es ist aber so, dass die Veröffentlichung über andere Anbieter zusätzlich Zeit und vor allem auch Geld kosten würde. Da dieses Buch ein Herzensprojekt ist, kann ich leider nicht rechtfertigen, noch mehr zu investieren. Das ist nun mal eine Entscheidung, die man im Selfpublishing für sich treffen muss.

Kann ich es also gar nicht lesen, ohne Amazon zu unterstützen?

Doch das geht: Ein Umweg, falls du das Buch unbedingt lesen möchtest, aber Amazon keinen Cent sehen soll, ist das eBook. Dieses ist bei allen gängigen Händlern verfügbar. Selbst wenn du keinen e-Reader hast, kannst du das Buch herunterladen und mit verschiedenen Apps oder auch Browser-Anwendungen lesen. Ist nicht ideal, ich weiß, aber es ist aktuell der einzige Umweg, der für mich umzusetzen ist.

Woher kam die Idee?

Künstliche Intelligenz und ich sind auf dem Kriegsfuß. Ich finde, zu oft ersetzen generierte Inhalte wichtige, wertvolle Arbeit. Sinnvoll ist KI vor allem zum Durchforsten von Datenmengen, beispielsweise in der Wissenschaft.

Aber generierte Inhalte und das Ersetzen von menschlichen Beziehungen halte ich für sehr, sehr gefährlich. Allerdings bringt es herzlich wenig „Gefahr, Gefahr!“ von den Dächern zu brüllen. Viele Menschen gewöhnen sich gerade ganz nebenbei daran, dass es KI-Chatbots aller Art gibt. Sie werden einfach Teil des Alltags.

Ich wollte eine herzerwärmende Geschichte mit positivem Anstrich schreiben. Auch wenn ich das Setting meiner eigenen Geschichte als ziemlich dystopisch wahrnehme, ist Viktors Leben nicht die Hölle und es gibt auch keine Superroboter. Ich wollte eine Geschichte schreiben, die im Herzen guttut und den Fokus darauf legt, wieder zueinander zu finden – und vielleicht auch wieder zu sich selbst.

Wird es eine Fortsetzung geben?

Nein. Die Geschichte ist für mich auserzählt. Aber vielleicht schreibe ich weitere Bücher. Obwohl: Ich schreibe definitiv weitere Geschichten. Nur ob ich sie auch bis zur Veröffentlichung bringe, das ist noch nicht ganz klar.

Dieses Buchprojekt hat jetzt wieder richtig geschlaucht und Nerven gekostet – sobald ich vergessen habe, wie anstrengend es war, lege ich aber bestimmt wieder los.

Wichtiger Hinweis

Manchmal vergessen Menschen, dass wir Autoren nicht mit jedem Charakter übereinstimmen, den wir in die Welt setzen. Wenn Viktor also etwas tut, heißt das nicht, dass ich es gutheiße. Einige seiner Einstellungen stoßen mir persönlich sogar unschön auf – aber er soll ja kein Abklatsch von mir sein. Ich finde es schade, dass ich diesen Hinweis geben muss, aber leider sind Autoren speziell online mittlerweile geradezu Freiwild geworden. Ich begebe mich zwar nicht aktiv in die Räume, wo das besonders oft geschieht (TikTok und Twitter), aber man weiß nie, wer mit dem falschen Fuß aufsteht und eine kleine Vendetta anzettelt.

Eine Frage wurde hier nicht beantwortet, was jetzt?

Schreib mir per Mail, bei Instagram, bei Patreon oder in die Kommentare bei YouTube. Falls eine Frage häufiger aufkommt, ergänze ich diese Übersicht hier einfach.

Onkel wider Willen Rezensionen

Bitte teile deine Meinung in den Rezensionen bei Amazon, Lovelybook, Thalia (eBook) oder woanders. Rezensionen sind unfassbar wichtig, selbst wenn es keine 5 Sterne gibt. Andere Autoren kümmern sich vorher darum, schnell Rezensionen zu bekommen – ich in diesem Fall nicht. Ich wollte einfach, dass das Buch verfügbar ist. Ohne Marketing-Strategie geht man in der Fülle an Büchern heutzutage schon mal unter und Rezensionen können da ein wenig Abhilfe schaffen. Keiner von uns kauft gerne Produkte, die keine oder nur zwei Bewertungen haben. Also sind ausführliche Rezensionen viel wert!

Leseprobe aus Kapitel 3

Viktor schaute immer wieder zur Schlafzimmertür. Doch Medea gab keinen Mucks von sich. Als Viktor einem älteren Herren eine Gutschrift ermöglichte, nutzte er das Headset. Der Arm des Plüschbären ging nach oben. Bis der Austausch von Sprachnachrichten beendet wurde. Dann stellte Viktor den Arm wieder runter.

Nach zwei Stunden ging er zur Toilette. Weniger, weil er wirklich musste. Mehr, weil er sich Sorgen machte.

Medea saß auf der Couch. Die Beine unter sich angewinkelt. Die Reise des Cato fast fertig gelesen.

Viktor ließ die Tür einen Spaltbreit offen. Doch bis er um exakt 12 Uhr in seine Mittagspause ging, hörte er keinen Ton.

Medea lag auf der Couch, die Hände auf dem Bauch gefaltet, der Blick an die Decke.

„Alles in Ordnung?“

Sie lächelte und setzte sich auf.

„Ja. Hast du fertiggearbeitet? Ich habe Fragen.“

„Ich mache Mittagspause. Ich muss also noch mal so lange arbeiten.“

„Am Computer?“

„Ja.“

Das Lächeln verschwand. Ohne dass Viktor fragen musste, folgte Medea ihm in die Küche. Sie schnitt das Gemüse, er das Fleisch. Eine einfache Gemüse-Hähnchen-Pfanne. Für mehr blieb keine Zeit. Viktor dachte daran, dass sein Essens- und Getränke-Abonnement von der Firma noch lief und er es nun nicht nutzen konnte. Ärgerlich.

„Also, du hast Fragen?“

Er stellte ihr den Teller vor die Nase und pikte mit der Gabel in seine eigene Portion.

„Ja! Was arbeitest du?“

„Ich arbeite in der Kundenbetreuung. Wenn Menschen eine Frage haben, dann melden sie sich bei uns.“ Er überlegte, welche Beispiele für ein Kind geeignet waren – speziell für ein Kind, das nicht mal wusste, wie ein Tablet funktionierte. „Wenn man was im Internet bestellt und es nicht ankommt – dann kann man uns fragen. Oder wenn du krank bist und nicht weißt, welcher Arzt dir helfen kann.“

„Wenn ich krank bin, gehen wir zu Dr. Kleiber.“

„Ja, aber es gibt ja auch Situationen, da muss jemand helfen, der eine spezielle Ausbildung hat. Sowas wie ein Arzt speziell für die Augen.“

„Oder für die Ohren?“

„Oder für die Ohren“, bestätigte Viktor.

Er wollte sich dafür auf die Schulter klopfen, wie gut er dieses Gespräch bewältigte. Flora hatte Viktor schließlich nicht gewählt, weil er so gut mit Kindern umgehen konnte – sie hatte nur keine anderen Optionen. So sehr es ihn auch nervte, dass er nun sein ganzes Leben umstellen musste: Wenn man ihm einen Job gab, erledigte er ihn gewissenhaft!

„Hast du gute Ohren?“, fragte Medea.

„Ähm, ja? Ich kann mich nicht beschweren.“

„Dann habe ich noch eine Frage: Warum muss ich ganz leise sein, wenn es doch draußen so laut ist?“

Viktor würde auch diese Frage meistern. Er glaubte fest daran, dass er durchhalten würde, bis Flora zurückkam.

„Wenn ich eine Aufnahme mache, darf man nichts im Hintergrund hören.“

„Aber hört man die Autos nicht? Und die Menschen?“

„Nein? Welche Autos? Und welche Menschen?“

Medea schaute währenddessen nicht einmal auf. Sie stellte ihre Fragen so nebenbei, als würde sie wissen wollen, wie spät es ist.

„Na die Menschen und Autos da draußen“, erklärte sie.

„Die hört man hier drin doch gar nicht.“

„Ich glaube, du musst mal zu einem Arzt speziell für Ohren.“

„Sei nicht frech.“

Medea schaute von ihrem Teller auf. Ihre Augenbrauen zogen sich zusammen und ihr Blick hing fest an Viktor. Nach einer gefühlten Ewigkeit schaute sie wieder auf ihren Teller und aß weiter.

Sie aßen in Stille zu Ende. Viktor wünschte sich nichts sehnlicher, als Rasputin wieder mit dem Heimnetzwerk zu verbinden. Das Gespräch mit Medea ließ ihn nicht los, als er den Abwasch erledigte. Auch nicht, als er noch mal auf die Toilette ging, bevor er wieder im Schlafzimmer verschwand. Selbst dann nicht, als er sich setzte und den Laptop aus dem Ruhemodus holte.

Er wollte wissen, ob er sie falsch verstanden hatte oder nicht. Wollte sie ihm sagen, dass er taub war?

Viktor hielt inne. Hier im Schlafzimmer hörte er nur die Lüftung seines Laptops.

Und wenn Autos vorbeifuhren, dann hörte er das auch. Aber nur, wenn er sich konzentrierte. Er hörte keine Menschen. Medea verstand einfach nur nicht, wie Audioaufnahmen funktionierten. Sie nahmen nicht alles auf. Jedes Kind wusste das. Keine andere Achtjährige würde sich wundern, dass sie in den Sprachnachrichten ihrer Freunde nicht hörte, was draußen vor sich ging.

Viktor hatte noch genau 60 Sekunden, bevor er sich wieder anmelden musste. Also nahm er sein Smartphone und wies Rasputin an, zu messen, wie laut es um ihn herum war: 30 Dezibel.

Rasputin: Das ist in etwa so laut wie ein sehr leises Gespräch oder das Rascheln von Blättern bei mäßigem Wind.

Viktor machte sich an die Arbeit und verstaute die Information für später. Er würde jetzt richtig loslegen und so eine großartige Quote für den Tag bekommen. Nur eines machte ihm einen Strich durch die Rechnung – schon bei der ersten Sprachnachricht, die er anhörte, fiel ihm etwas auf. Im Hintergrund hörte er Getrappel. Möglicherweise Krallen auf Laminat.

Plötzlich kam Viktor wieder zu sich und hörte nur noch: „… wie man das machen sollte, weiß ich gar nicht.“

Viktor war noch nie so froh gewesen, nicht im Telefondienst zu sein.

Die wenigen Menschen, die sich das Premium-Ultra-Paket gönnten (und es auch bekamen), riefen Mitarbeiter direkt an – bei einem Gespräch hätte er alles Wichtige verpasst. Er spielte die Sprachnachricht erneut ab. Die Dame wollte nur wissen, ob sie nicht einen Aufbauservice mit ihrem Schrank gebucht hatte. Und was das kosten würde. Und wann die denn kommen würden. Und …

Viktor hob die Hand des Plüschbären und las dann vor, was die Software ihm vorgab.

Die Sprachnachrichten eigneten sich am ehesten für das Eingreifen durch Mitarbeiter. Wenn es keine gab, durften sie auch zum Wohle des Stichprobenschlüssels den normalen Chat übernehmen. Persönliche Anekdoten, Smileys und all das kannte das System auch. Aber wenn man später eine Überprüfung durchführte, konnte Viktor sich den Fall in Erinnerung rufen. Dann würden die Angaben zu seinem Leben passen.

Als er wieder an eine Sprachnachricht geriet, gab es zum Glück keine Nebengeräusche. Also wirklich gar keine. Ob der Typ sich wohl in ein Aufnahmestudio gesetzt hatte? Man hörte wirklich überhaupt nichts.

Auch diese Nachricht hörte Viktor zweimal.

Als er endlich seinen Arbeitstag beendete, lag seine Quote leicht unter der von letzter Woche. Man würde es bestimmt darauf schieben, dass er krank war.

Im Wohnzimmer saß Medea auf dem Boden neben dem Couchtisch. Auf dem Tisch lagen Papier und Stifte.

„Wo hast du die her?“

„Mama hat gesagt, ich soll was mitnehmen, um mich zu beschäftigen.“

Viktor holte sein Smartphone hervor.

„Weißt du, ich habe mal gemessen, wie laut es hier ist. 30 Dezibel sind völlig normal.“

„Dezibel?“, wiederholte Medea Silbe für Silbe mit gequälter Stimme. So, als würde sie ihm nicht glauben, dass das ein echtes Wort war.

„Ja, schau.“ Er zeigte ihr die Antwort von Rasputin, indem er ihr den Bildschirm zudrehte. „Und so kleine Geräusche, die hört man gar nicht richtig.“

Sie klatschte in die Hände und Viktor zuckte zusammen.

„Wie laut war das?“, fragte sie.

Das entlockte ihm ein Lachen.

„Warte, ich muss es erst einstellen. Okay, noch mal.“

Sie klatschte wieder. 60 Dezibel. Dann gingen sie zum Fenster. Dort waren es 43 Dezibel. Als jemand hupte, sprang die Zahl auf 62.

Wasser aus dem Hahn. Klirren von Besteck. Das Zuklappen eines Buchs. Sie maßen alles, was sie finden konnten.

Als Flora ankündigte, jeden Moment vor der Tür zu stehen, wies Viktor Rasputin an, speziell das Klingelgeräusch zu filtern und zu messen. Doch sie wussten nicht genau, wann es klingeln würde. Viktor und Medea standen im Flur und warteten.

Wenn sie jetzt jemand sehen würde, dachte Viktor, würde man sie für verrückt erklären.

Es klingelte. Medea riss die Arme nach oben. Viktor beendete die Aufnahme und Medea jubelte.

„Das lauteste bisher!“

„Na ihr scheint ja Spaß zu haben“, sagte Flora, als sie durch die Tür kam. „Ich habe euch bis unten gehört.“

„Tut mir leid“, sagte Viktor.

„Unsinn, schön zu hören, dass ihr euch versteht.“

Medea widersprach Flora nicht, sondern umarmte sie nur. Also sagte Viktor auch nichts.

Danke für deine Aufmerksamkeit!

 

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