Wehe, Du weißt noch nicht, was Netzneutralität ist!

Dieses Thema hat nicht direkt etwas mit dem Beruf des Schriftstellers zu tun, aber ich werde verdammt noch mal darüber schreiben! Der Aufschrei, der in den USA noch zu leise ist, kommt hier in Deutschland kaum an und das darf nicht sein.

– Diesen Beitrag gibt es übrigens in studentenfreundlicher Form auch auf StudentsStudents zu lesen-

Netzneutralität bedeutet eigentlich nur, dass wir im Internet alle gleich behandelt werden. Mein Nachbar kann nicht (es sei denn, er hat den besseren Empfang, da er ja gut einen Meter entfernt ist und das total logisch erscheint) schneller bei Instagram posten als ich. Wenn ich Netflix streame, dann genauso schnell wie Maxdome.

Aufgewacht Netzgemeinde: Dieser Grundsatz ist in Gefahr.

Bei uns umgehen bereits einige Unternehmen (Beispiel Vodafone) die Regulierungen, indem sie bestimmte Dienstpakete anbieten, also beispielsweise Netflix, Amazon Prime und Spotify bevorzugt behandeln. Wenn Du diese Dienste nutzt, verbrauchst Du weniger oder kein Datenvolumen. Das gilt allerdings (theoretisches Beispiel, ich weiß nicht, welche Dienste in dem Angebot drinstecken) vielleicht nicht für Maxdome. Frage: Wirst Du nicht eher zu den anderen Diensten tendieren. Natürlich!

EU-Richtlinien sollen eigentlich Einhalt gebieten. Wer nach Portugal schaut, wird allerdings mal wieder Zeuge der Schlupflocholympiade, in der Juristen auch weiterhin herausragende Ergebnisse erzielen: LINK.

Schlimmer ist es in den USA. Dort steht die Netzneutralität ganz auf der Kippe. Ajit Pai gehört heute zum FCC (Regulierungsbehörde) und möchte mehr Wettbewerb und weniger Neutralität. Fun fact: Gerade noch hat er für Verizon gearbeitet, Ihr ahnt es, einem Netzanbieter. Zufälle gibt es.

Es gilt als wahrscheinlich, dass die Netzneutralität in den USA geschwächt wird. Wer glaubt, so schlimm wird es schon nicht, der denke zurück an die vergangenen Präsidentschaftswahlen und naja, alles was danach kam. Es wird schlimm. Das Abschaffen von Netzneutralität schafft neue Hierarchien und beschränkt die Meinungsfreiheit. Netzbetreiber könnten ganze Seiten sperren oder jungen Unternehmen den Zugang zu Kunden beschränken. Die Mächtigen werden mächtiger, die Verbraucher weiter kontrolliert.

Also, liebe Leute, wann immer jemand das Wort „Netzneutralität“ gebraucht oder Politiker und Unternehmen sie umgehen wollen: Mund auf. Das Internet geht nicht mehr weg, es schafft so viele tolle Möglichkeiten für Bildung, kulturellen Austausch und die Wirtschaft, es steht für Fortschritt. Aber nur solange es nicht genutzt wird, um die gleichen gesellschaftlichen Ungleichheiten zu reproduzieren, die an anderer Stelle bekämpft werden.

– Vitani S.

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