Schriftstellern ist hart

Zwei Kapitel von Zwanzig. Was für einige jetzt lächerlich klingt, ist für mich schon eine echte Errungenschaft. In letzter Zeit möchte einfach keine vernünftige Story zu Stande kommen (googelt mal die verschiedenen Schreibweisen für zu Stande kommen…watt soll dat?). Wahrscheinlich sollte ich einen der Schreibhinweise schlechthin befolgen: Schreib für dich selbst und nicht für andere. Cool story, bro. Theoretisch schon richtig, dass man nicht schreibt, was andere lesen wollen, sondern was man selbst lesen würde.

Dumm nur, dass man nicht wirklich weiß, was man will. Denn während des Schreibprozesses kann man nun mal nicht checken, wie die Story einem gefallen würde. Um das zu tun, muss man Wochen oder Monate Abstand von dem Projekt haben. Dann erst liest man die eigene Geschichte weniger aus der Schöpfer-Perspektive. Doch so lange man schreibt, muss man hoffen.

Da aber in ein 80,000 Wörter starkes Manuskript Wochen und Monate der Arbeit investiert werden, ist es schwer, das Endziel im Auge zu behalten. Immerhin könnte am Ende etwas stehen, was man eben selbst nicht lesen würde. Diese Angst kann lähmend sein.

Hinzu kommt, dass Storytelling ein so faszinierendes Thema ist, dass ich es aus allen Richtungen betrachte. Logischerweise möchte man diese Erkenntnisse dann auch in die eigene Arbeit einfließen lassen. Perfektionismus ist für den ersten Abwasch eine Katastrophe (es sei denn, man ist ein Superheld).

Also ja, zwei Kapitel von Zwanzig (wahrscheinlich Zwanzig, vielleicht auch mehr. Sollten es mehr sein? Kann man so eine gute Geschichte schreiben? Sollte ich wirklich mit zwei Protagonisten arbeiten? Und sind Fantasy-Themen überhaupt noch gefragt? Will ich wirklich schreiben, wenn am Ende nur 0815 Schrott herauskommt? Nur mit dem Gedanken arbeiten, dass in den Bücherregalen und Grabbeltischen dieses Landes Bücher stehen, bei denen ich es nicht mal über die erste Seite hinweg schaffen, also warum sollte man mein Buch nicht auch drucken?) sind ein echter Erfolg.

– Vitani S.

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6 Antworten

  1. lunaewunia sagt:

    Mir kommen all deine Gedanken so vertraut vor… Ich selbst hänge gerade total doof im Prolog fest und komme nicht weiter, einfach aus Angst, WIE ich schreiben soll… Es ist mein erstes Romanprojekt, bei dem. Ich glaube, dass ich es wirklich vollenden könnte… Dabei. Ist die Angst riesig, dass das vollendete dann Schrott ist… Also keine Sorge, du bist damit nicht allein 😉
    Ich denke, Fantasy ist auf jeden Fall noch gefragt, lass dich nicht entmutigen. Außerdem gibt is in dem Genre so viel mittelmäßiges, dass man nur auf die guten Bücher wartet. Also ran an die Tastatur und tu was fürs Genre, du kannst das bestimmt 😉
    Liebe Grüße von der Luna

    • Mir hat es schon geholfen, einfach mal nicht am Anfang anzufangen, sondern mit einer Lieblingsszene. Wenn es dann um das WIE geht, kann Du die Szene ja einfach auf unterschiedlichste Arten schreiben und dann sehen, was Dir (oder einem Testleser) am besten gefällt 🙂 Der Anfang kann einen Schriftsteller schon verzweifeln lassen. Deshalb müssen wir tricksen 😀

      Liebe Grüße

      • lunaewunia sagt:

        Diese Methode ist mir auch vertraut, aber ich komme damit rein gar nicht klar… Ich möchte den Anfang auch definitiv in verschiedenen Versionen schreiben, um eben vieles austesten zu können… Doch irgendwie habe ich gerade einfach nur SG iss und komme nicht weiter… Schreibe erstmal einige Kurzgeschichten. Und beende stuff, um den Kopf mal auf was anderes zu lenken. Merke auch es hilft… Und dann halt einfach immer weiter schreiben was soll man anderes machen ^^

      • Ganz genau, einfach durchhalten 🙂 Wenn man in einigen Jahren zurückblickt, fragt man sich, wie man einst so viel schreiben konnte. Wer jeden Tag eine Seite schreibt hat in einem Jahr auch ein Buch!

        Liebe Grüße

  2. Herrlich, ich habe selten etwas so Treffendes gelesen!
    Übrigens eine interessante Herangehensweise: Sich überlegen, wie viele Kapitel man schreiben möchte und dann Kapitel für Kapitel „abarbeiten“. Ich hab einfach (hah! als wäre das einfach!) geschrieben und geschrieben und dann geschaut, dass ich ca. alle 10 Seiten ein neues Kapitel beginne. Vielleicht nicht die beste Möglichkeit, aber man kommt auch zu seinen Kapiteln 😉
    Zum Thema Perfektionismus kann ich dir unbedingt empfehlen, dass du dir eine gespaltene Persönlichkeit zulegst: Eine, die das Schreiben übernimmt und einfach kreativ drauf los schreibt. Und dann eine, die diesen lästigen Hang zum Perfektionismus hat und den Spaß korrigiert, den Nr. 1 geschrieben hat…
    Ich glaub an dich, lass dich bloß nicht unterkriegen! 🙂

    • Liebe Felicitas,

      vielen Dank für die motivierenden Worte 🙂 Tatsächliche versuche ich gerade auch, meinen Gedanken ausschließlich in Kapiteln zu ordnen. Außerdem ein Tipp von meinem Vater, der zwar nichts vom Schreiben versteht, aber trotzdem hin und wieder Recht hat: Einfach machen, früher ging es doch auch. Und wirklich, als ich angefangen habe, da habe ich noch nicht groß nachgedacht, was noch kommt, da wurde erst angefangen und dann nachgedacht. Nicht die schlechteste Idee.

      Auch Dir viel Erfolg (und Spaß) beim Schreiben!

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