Muss ich einen Bart tragen, um phantastisch zu schreiben?

Das Phantastik-Genre wird geprägt von Männern wie Wolfgang Hohlbein, Kai Meyer, George R.R. Martin oder J.R.R. Tolkien. Diese Gesichter verbindet man mit Phantastik. Wer etwas weiterliest, findet natürlich noch Michael Ende und Terry Pratchett und einen ausgewählten Vertreter, den jeder Leser selbst einbauen kann, um sich von mir nicht vor den Kopf gestoßen zu fühlen.

Was fällt auf? Männlich, mit Bart, teilweise verstorben.

Welches Bild wird Lesern vermittelt? Das Genre hängt fest.

Was könnte helfen? Ein bisschen mehr Farbe.

Damit meine ich, dass die Phantastik mehr noch als jedes andere Genre, für Abwechslung und Möglichkeiten steht. Wir denken weiter, höher, größer, abgedrehter, bunter. Doch das kommt im Antlitz des Genres gar nicht an. Wie kann das sein?

Es liegt nicht daran, dass Frauen keine guten Phantastikautoren sein könnten. Bitte hier entlang, zum Phantastik Autoren Netzwerk (PAN). Für manche Menschen ist Phantastik vielleicht auch nur Harry Potter, dann sehen sie einen weiblichen Autor. Aber warum dann immer wieder diese Bärte?

Ich vermute, weil Rasieren lästig ist. Da fühle ich mit den Männern. Doch wo sind meine Vorbilder, wo ist der frische, neue Wind in der Branche? Ich finde ihn, bei Selfpublishern oder beim erwähnten PAN. Aber der gemeine Leser, der sich nicht täglich mit der Literaturlandschaft beschäftigt, der vielleicht bisher kein Interesse an der Phantastik zeigt? Dem sollten wir endlich etwas anbieten.

Ein jüngeres und bunteres Gesicht würde der Phantastik gut stehen- dafür müssen die alten Autoren auch gar nicht weichen, sie müssen nur höflich sein, wenn sich jemand an ihre Seite stellt und damit ins Rampenlicht rückt. Und die Branche muss bereit sein, Frauen so zu vermarkten, dass sie nicht mit dem Twilight-Kitsch-Stigma abenden.

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2 Antworten

  1. Ich denke da ganz wie du – als Frau nicht gleich in der Romantasy abgeschoben zu werden, ist nicht einfach. Dabei können auch Frauen sehr gute High Fantasy schreiben. Mir fällt da als erstes immer Trudi Canavan ein. Eine der wenigen weiblichen Fantasy-Autoren, die es neben J.K Rowling zu ein wenig Berühmtheit gebracht. Aber gerade deutsche Fantasy-Autorinnen sind in den Buchhandlungen kaum vertreten…

    • Danke für Deine Antwort. Hoffentlich schaffen wir es, in Zukunft etwas mehr Abwechslung in die Autorenlandschaft zu bringen. Aber bekanntlich ist die Literaturbranche nicht gerade ein Barry Allen, also bleiben nur harte Arbeit und Geduld.

      Liebe Grüße
      Vitani S.

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