Empfehlung: Yuval Harari’s „Eine kurze Geschichte der Menschheit“

Vor einigen Wochen gab es hier schon ein kleines Zwischenfazit zu diesem beliebten Buch. Heute habe ich es endlich beendet und behalte meine Meinung: Jeder sollte dieses Buch lesen.

Harari nimmt uns von Anfang an mit und nicht einmal verliert er (meiner Meinung nach) den Faden. Und obwohl er immer wieder Rückschlüsse auf vorherige Kapitel zieht, ist es möglich, dieses Buch auch kapitelweise zu genießen.

Sozialwissenschaftliche, philosophische und naturwissenschaftliche Thesen verpackt er leicht verständlich in einer Sprache, die gleichzeitig noch unterhält. Ganz klar ist auch, dass die wissenschaftliche Tiefe an der ein oder anderen Stelle verloren geht. Aber wer die ganze Menschheitsgeschichte in einem Buch abarbeitet, muss nun mal auch reduzieren.

Obwohl dem Buch eine klare Gesellschaftskritik inne wohnt, fühlt es sich nicht an, als wolle Harari uns belehren. Immer wieder relativiert er fremde und eigene Aussagen. Ohne eigene Denkleistung funktioniert das Buch also nicht. Genau daher regt das Werk dazu an, die Welt und ihre angeblich gegebenen Umstände und Wahrheiten kritisch zu hinterfragen. Das kann nur gut sein, wenn man sich umschaut und sieht, wie viele Menschen sich ihre Meinung zurecht legen und sie danach nie wieder in Frage stellen. Ich sage nur: alternative Fakten.

Eine kurze Geschichte der Menschheit endet mit einem flotten Ausblick-Kapitel. Daher ist es nicht überraschend, dass Harari’s neustes Werk „Homo Deus“ sich genau mit der Zukunft beschäftigt. Auch dieses Buch – obwohl es von vielen Lesern als weniger bahnbrechend empfunden wird – werde ich lesen.

Ich habe zum Schluss drei Zitate gewählt, die Harari’s Art ganz gut beschreiben:

„Aber vor allem stanken sie entsetzlich. (Die Azteken waren in der Hygiene sehr viel weiter als die Spanier. Zu Beginn ihrer Invasion wurden die Spanier auf Schritt und Trott von Einheimischen mit Räuchergefäßen begleitet. Die Spanier meinten, sie würden als Götter verehrt. Aber aus einheimischen Quellen wissen wir, dass der Rauch aus Harzen und Ölen dazu dienen sollte, die Gegenwart der Spanier erträglich zu machen.)“

„Es gab zwar auch in der Vergangenheit Pazifisten wie die frühen Christen, doch wenn diese tatsächlich einmal an die Macht kamen, hatten sie die Sache mit der anderen Wange ganz schnell vergessen.“

„Nehmen wir als Beispiel Kinder: Wenn man die glücklichen und anstrengenden Momente einzeln zählt, dann ist es eine hochgradig unangenehme Erfahrung, Kinder zu haben. Sie besteht hauptsächlich darin, Windeln zu wechseln, Geschirr zu spülen und mit Kindergeschrei fertigzuwerden – alles Dinge, die kaum jemand gern macht. Trotzdem behaupten die meisten Eltern, ihre Kinder seien ihr größtes Glück. Wissen diese Leute nicht, was gut für sie ist?“

 

– Vitani S

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1 Antwort

  1. lunaewunia sagt:

    Klingt echt interessant, werde ich mir. Merken 😉

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