Das Kanadazit Part 2

(Teil 1 findet Ihr hier)

Ein absolutes Highlight der Reise war der Johnston Canyon. Wir sind um 6 Uhr aufgestanden, um vor den Touristenmassen dort zu sein. Die zwei Wasserfälle waren schön, doch erst das Tal hat mich so richtig umgehauen. Ein Garten Eden, wenn es im Garten Eden, blubbernde Quellen und 4 Grad kaltes Wasser geben würde. Auf dem Rückweg wurde die Strecke jedoch von Touris geflutet und weil mich das so genervt/gestresst hat, sind wir in einem Affenzahn zurück zum Auto geeilt – das war dann der große Fehler, der meinem Knie den Rest gegeben hat. Steile oder lange Touren waren dann leider nicht mehr möglich. Zum Glück ist Kanada aber auch für kleine verletzte Idioten geeignet und es gab genug anderes zu sehen.

Unser Auto (Sam) hat natürlich auch geholfen. So sind wir die Norquay Road gefahren und haben Ziegen/Schafe/Viecher gesehen – inklusive Jungtieren! Das kollektive Quietschgeräusch dreier Mädels im Auto habe ich sogar auf Kamera festgehalten. Babytiere machen alles besser. Auch den Moraine Lake und Lake Louise haben wir uns angeschaut – typische Touristen Hot Spots, die nicht mit dem Emerald Lake mithalten konnten (dazu unten mehr).

In Banff (wieder Ort und Name des Nationalparks zugleich) konnte ich mir etwas Zivilisation (also Wifi) gönnen und wir sind zur Schonung meines Knies ins Kino gegangen. Wichtige Info: Die 3D Brillen sehen in Kanada genauso aus wie in Deutschland. Auf den Tunnel Mountain habe ich es noch geschafft (zweimal) – von dort aus hat man einen wunderschönen  Blick auf Banff.

Anschließend haben wir einen Kurztrip nach Calgary gemacht. Unsere Unterkunft war zu miserabel um sie in Worte zu fassen. Aber vielleicht mal so: Die Campgrounds waren sauberer als diese Absteige. Pech muss man wohl auch mal haben. Immerhin konnte ich so das Finale der WM schauen (morgens um 9) und zwar im The Unicorn. Cider am morgen vertreibt Kummer und Sorgen. Von Calgary würde ich mehr sehen wollen, falls ich es noch mal in die Ecke schaffe.

So langsam näherte sich die Reise dem Ende und da kamen noch einmal zwei (einmal zwei klingt komisch, oder?) Highlights um die Ecke: Der Emerald Lake und die Takkakaw Falls. Den Emerald Lake haben wir so schön früh erreicht, dass es ruhig war und ich 15 Minuten auf einem Felsen direkt am Wasser entspannen konnte. Dann wollte ein Eichhörnchen sein Morgen-Yoga machen und erschrak, als es mich sah. Es hat mich daraufhin minutenlang vollgemeckert. Trotzdem (oder genau deshalb): Wer in Kanada ist, sollte den Emerald Lake sehen.

Die Takkakaw Falls sind durch das gute Wetter und den leichten Wind ein Highlight geworden. Außerdem konnte man so nah heran, dass man richtig nass wurde – ja, das ist eine gute Sache. Mittlerweile hatten wir über 30 Grad. PS: Ich wusste nicht, dass es in Deutschland schon seit Wochen Hitze gab und noch wochenlang geben sollte.

Im Bow River sind wir noch baden gegangen, dann ging es zum Illecillewaet Nationalpark (das habe ich nachgegoogelt und per copy und paste eingefügt, weil ich mir die Schreibweise einfach nicht merken kann) und die letzten zwei Nächte in der Natur wurden ruhig verbracht (ihr erinnert euch, ich Experte hatte mein Knie überlastet). Die Fahrt zurück nach Vancouver war lang, aber mit einem coolen Auto wie Sam kein Problem. In Vancouver haben wir in einem tollen AirBnB übernachtet – mit Hund – und konnten unsere Koffer ordentlich packen. Habe ich erwähnt, dass es einen Hund gab? Einen letzten kleinen Spaziergang haben wir auch gemacht und dann war das Heimweh langsam groß genug, um sich auf den Abflug zu freuen. Der Hund hat sich nachts ins Bad geschlichen und wenn man morgens aufstand, lag er auf dem Läufer.

Moment, wird sich der ein oder andere denken, warum Heimweh? Kanada klingt doch geil! Macht euch nicht ins Ahornblatt, ich liebe Kanada. Es war ein wirklich toller Urlaub, Kanadier sind die freundlichsten Menschen, die ich kenne und zur Hölle ja, ich muss unbedingt wieder nach Kanada. Aber über drei Wochen im Auto leben, dazu noch mit einer weiteren Person, das kann anstrengend sein. Außerdem habe ich Familie und Freunde in Deutschland, die ich genug mag, um sie zu vermissen. Eigentlich eine gute Sache, oder?

Falls sich jetzt jemand fragt, ob er mal nach Kanada sollte: JA! Natur pur, kaum Menschen, wenn doch Menschen, dann nette Menschen. So muss das sein.

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PS: Da das ja eigentlich ein Autorenblog ist: Ich habe kaum Bücher gelesen und schon gar nicht geschrieben, während ich in Kanada war. Dafür war es nie „ruhig“ genug. Zu viel zu sehen, zu viel zu erleben. Ich hole aber nach und empfehle sofort: Born a crime von Trevor Noah!

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